Vom Leben in der Transitphase

Wenn ein Knoten unser Leben blockiert, dann wird es richtig ungemütlich. Mit meinen Coachings trete ich immer genau in diesem Moment des Haderns in das Leben meiner Klienten. Zeiten, in denen etwas Altes nicht mehr passt, uns einengt, aber das Neue sich noch nicht wirklich zeigt. Ich nenne diese Zeiten Transitphasen. In der Transitphase treffen einen die Zweifel. Manchmal weiß man weder ein noch aus. Menschen reagieren dann recht unterschiedlich. Manchmal auch schwankend zwischen den beiden Polen Lethargie/Schockstarre und Losrennen und es schnell hinter sich haben wollen. Wie lange wir im Transit hängen, dass wissen wir allerdings nicht. Und wir können es weder hinauszögern in dem wir uns tot stellen, noch beschleunigen in dem wir ungeduldig und wie ein Huhn ohne Kopf drauf losrennen.

Erst mal müssen wir ganz ankommen in dieser Phase. Uns reinfallen lassen. Uns sehen, wie wir in diesem Augenblick sind. Nicht wie wir waren oder gerne sein würden.

Ich lerne so viel aus den Begegnungen mit meinen Klienten. Die Position des Mentors behält dabei den neutralen Blick und betrachtet das große Ganze. Das hilft, die Fäden, die sich in ein Knäuel verwickelt haben, zu enttüddern. Wo hat etwas begonnen? Wo sitzt der Knoten? Wie kann ich Raum geben, damit er sich lösen kann?

Wenn ich Menschen durch diesem Enthedderunsgprozess begleite, bin ich jedes Mal berührt von dem Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wird. Jede Einzelne (bisher coache ich nur Frauen) teilt so offen ihre Gefühle und Gedanken und ist dabei so mutig sich selbst schonungslos anzuschauen.

Immer, wenn wir uns vertrauensvoll öffnen, wenn wir uns wirklich auf eine Situation oder eine Beziehung einlassen entsteht daraus etwas Großes! Und wirklich einlassen meint keine Bedingungen, keine Hintertüren, keine Phrasen. Nur schonungslose Ehrlichkeit und das Vertrauen, dass andere dich ertragen in deinen ganzen glitzernden aber auch lichtschluckenden Facetten. Und dann finden wir Zugang zu unserem Mut. Zu der geballten Kraft die in uns steckt.

Der Mut sich zu öffnen ist der Raum, den das Knäul braucht, um sich zu lösen.  

Denn Transitphasen sind Phasen des Wachstums. Wir dehnen uns aus und entfalten uns etwas mehr. Und mit diesem neu geschaffenen Platz können wir dann wieder agieren. Einen Schritt nach dem anderen machen. Einen Faden nach dem anderen entzerren.

Das heisst nicht, dass wir uns nie wieder verheddern. Aber wir können sehen, wann der Knoten sich zu zieht und uns reinstürzen, bevor eine Doppelschleife daraus wird.

Transitphasen sind die Kunst in der Frage zu leben. Damit sein zu können, gerade keine klare Antwort zu haben. Sich Zeit zu lassen. Sind wir durch so eine Transitphase durch, schaut man zurück. Und dann ist meistens alles ganz klar. Die Antwort da. Der nächste Schritt passé. Das Klicken im Kopf passiert. Und man fragt sich: Warum habe ich jemals gezweifelt?

Ich wünsche uns, dass du und ich uns das nächste Mal, wenn wir zwischen A und B stecken, daran erinnern. Denn der nächste Wandel kommt bestimmt. Und wenn wir uns in dieser Phase beobachten und auch in den Zeiten der tiefsten Abgründe ganz nah bei uns bleiben, dann lässt sich so viel herausfinden - über uns, den Zusammenhang aller Wesen und das Leben an sich.


Mit Liebe, Eure FAB

SCHULDIG! Warum ich verfolgt werde

Es gibt Phasen, da haut einem das Leben ein Thema immer wieder so wuchtig um die Ohren, dass man gar nicht anders kann, als sich damit auseinander zu setzen. Bei mir geht es gerade um Schuld. Eher gesagt, sich schuldig fühlen.

Und als im katholischen Glauben Erzogene, bin ich für dieses Thema sehr empfänglich. Sind wir dort ja schließlich von Beginn an Sünder und bleiben es wahrscheinlich auch den Rest unseres Lebens. Bei mir geht es soweit, dass, wenn ich irgendwo die Polizei sehe, ich mich sofort schlecht fühle, weil ich irgendetwas bestimmt falsch gemacht habe.

Und gerade ist dieses Thema so gigantisch groß in seiner Präsenz in meinem Leben. Erst heute wieder, sagt mir doch ein junger Typ, dass mein Hund einen Haufen gemacht hat, und es total cool wäre, wenn ich den aufhebe. Mach ich eh. Aber ich frage mich wirklich, wie weit es mit uns gekommen ist, dass das ein zentrales Thema für Menschen um die 30 geworden ist?! Echt jetzt? Kot? Gibt es da nicht eine ganze Welt, die es gerade zu retten gibt? Aber es fängt ja immer im Kleinen an - also, vielleicht ist Pooh-Gate ja ein wichtiger erster Schritt. Und ihr Hundebesitzer kennt das vielleicht: euer Hund tapert in den hinterletzten Winkel eines dichten Busches um dort in Ruhe Big Business zu machen und ihr überlegt wirklich, wie ihr hinterher kriechen könnt um die Hinterlassenschaft in einer Plastiktüte - die bitte sachkundig zuzuknoten ist - entsorgen könnt.
Und dann fühlt man sich schlecht, weil man in Zeiten von #noplastic und #zerowaste etwas Natürliches in etwas packt, was über Jahrhunderte nicht von der Natur abgebaut werden kann.
Anderes Szenario dazu: Im Oktober letzten Jahres war ich mit meiner Freundin auf einer Alphütte. Ein offensichtlicher Stadtmensch fragt den Wirt, wo er denn die Hundetüte mit Inhalt entsorgen könne. Der Alpler blafft den Mann an, dass Hundesch…. Natur sei und er gucken soll, wo er mit seinem Müll bleibt. Puh! Was ist denn jetzt richtig?

Höchste Eskalationsstufe beim Thema Schuld, erlebe ich in einem Yogatraining, das ich gerade mache. Da steht in den Büchern tatsächlich, dass ich auf ewig verfolgt werde - also, dass quasi ein Fluch auf mir lasten wird - wenn ich die Lehren und Methoden verändere. Und das schon bei Minimalstverstößen wie Kleidung in falscher Farbe und musikalischen Ausreißern.
Ich sach mal so - die Jagd ist eröffnet ;)

Unsere Moral ist immer gefärbt von unserer Erziehung, einer Gesellschaftsethik, die uns suggeriert wird, Medien, Meinungen in unserem Umfeld oder bei uns Yogis eben auch den Dogmen einer Methode. Die Yogis nennen das Maya - den Schleier der Illusion. Und auch hier ist keine Schuld zu finden, denn die Menschen glauben wirklich fest daran, dass es so am besten ist. Auch für jeden Einzelnen.
Nur die wirklich echte eine Wahrheit, die für jeden und zu allen Zeiten gilt, gibt es m.E. nicht.
(Mal abgesehen von Liebe. Die geht natürlich immer.)

Aber Schuld ist ein super Mittel um Menschen klein zu halten. Manchmal versetzt uns die Angst, davor etwas falsch zu machen, in eine Art Schockstarre: lieber keine als eine falsche Bewegung.
Ich hatte mal einen Chef, bei dem hatte Schuldzuweisung richtig Methode. So hat er sich alle gefügig gehalten. Aber Menschen die so agieren, haben eigentlich ganz viel Angst davor an Macht zu verlieren und das sich ihr Gefolge in eine rebellisch-unkontrollierbare Bewegung verwandelt. Sei es im Großen auf unsere Gesellschaft und ihre Regeln bezogen oder eben im Mikrokosmos einer Firma oder gar einer Beziehung.  

Und irgendwie bekommen sie uns auch immer wieder - tragen wir doch alle die Hoffnung in uns, dass wir doch von jedem gemocht werden könnten, wenn wir nur alles richtig machen. Nur das es universal-richtig einfach nicht gibt. Und hier beisst sich der Hund…die Katze… in den Schwanz.

Also, besser doch einfach wir sein. Nicht einer Massenmeinung folgen, sondern immer wieder den Mut haben zu hinterfragen. Das Risiko eingehen nicht von allen gemocht zu werden, aber dafür sich selbst mögen. Authentisch sein anstatt etwas zu tun, was sich im Innersten falsch anfühlt. Auch, wenn andere einen dann für verrückt halten. Denn was heisst das schon? Es bedeutet einfach nur ver-rückt von der Norm zu sein. Nehm` ich in kauf! Get your freak on!

Mit Liebe, Eure Fab

Meinungs-Verschiedenheiten

Ich meine, also spinn ich

Da war so ein Abend. Durch widrige Umstände sitzt man mit Menschen zusammen, mit denen man sonst nicht viel zu tun hat. Er könnte mein Vater sein, so vom Alter her. Und ein bisschen verhält er sich auch so. Nicht, dass ich ihn gefragt hätte, aber plötzlich finde ich mich in einem Wust seiner Meinungen und Überzeugungen wieder. „Das sollte ich doch besser so machen, so geht es nicht, das bringt nichts“…voll im Gange die Meinungsmache.

Als ich jünger war und noch nicht in diesem Yogading, da hat mich so was ein wenig beeindruckt. Ein starker Charakter eben, voller Durchsetzungskraft. Wurde den meisten von uns doch stets vermittelt, dass es besonders wertvoll ist, eine starke Meinung zu haben und für ebendiese einzustehen. Und damals, ich sag euch, wäre der Typ mir so gekommen, ich hätte so was von dagegen gehalten. Denn wenn ich bei etwas echt empfindlich war, dann wenn mir jemand vorschreiben wollte, wie ich zu leben habe. Und was passiert dann? Erstmal diskutieren und argumentierten wir in der Hoffnung, den anderen zu überzeugen. Manchmal klappt das - wenn Einsicht, Lernen und gute Rhetorik aufeinandertreffen. Wenn das nicht wirkt, fängt man an sich zu wehren, zu verteidigen und sich unverstanden zu fühlen. Man hat eine Meinungsverschiedenheit. Ein Top-Wort finde ich! Man hat halt verschiedene Meinungen. Das impliziert aber nicht, dass da auch Streit ist. Sagt man heute: „Die haben eine Meinungsverschiedenheit.“, hui- da weiss man, dass es brodelt. Da rangeln zwei Egos um die Pole-Position!

Aber zurück zum Wort Meinungsverschiedenheit. Kann man unterschiedliche Ansichten haben - ja, manchmal sogar so weit auseinander driftend, dass man sich fragt, ob der andere überhaupt irgendwas versteht, und dennoch friedlich und verbunden bleiben?

Wenn ich in solchen Szenen lande, wie der oben beschriebenen, dann gebe ich vielleicht eine kleine Anregung aus meiner Perspektive aber oft schweige ich. Ich höre mir das Ganze an, schaue, ob ich das was von den gut gemeinten Tipps gebrauchen kann und lasse dem anderen seine Meinung.
Und glaubt mir, mein Ego bäumt sich manchmal im Inneren auf, wie ein verletzter Tiger und weiß alles besser. Sagt mir, wie weise ich bin durch dieses ganze Yoga und das der andere das Leben halt echt nicht wirklich versteht im tieferen Sinne. Und wenn ich jetzt nichts sage, die Welt ein schlechterer Ort wird. Aber ich reagiere auf das Egogezeter nicht und werde stattdessen zum Sakshi - zum Beobachter (meistens jedenfalls ;)). Und aus dieser Position heraus sehe ich so viel mehr, als wäre ich im Kampf.

Die Yogaphilosophie sagt, dass wir alles wie durch einen Schleier sehen. Die Yogis nennen ihn Maya. Maya ist geprägt von unseren Erfahrungen, unserer Erziehung, den Werten einer Gesellschaft, dem womit wir uns tagtäglich beschäftigen. Aus all diesen Komponenten bauen wir uns unsere Welt mit unseren Ansichten. Und sie werden für uns zur Realität.
Aber sie sind nicht die Realität. Sie sind eben nur unsere kleine Wahrheit. Illusion.

Der Beobachter-Posten gibt uns die Möglichkeit unbeteiligt zu sein, mitfühlend zu bleiben und hinter den Schleier zu blicken und so das zu erkennen, was wahr ist. Was das ist? Das muss jeder für sich heraus finden. Aber es ist beständig und hat auf jeden Fall etwas damit zu tun, verbunden zu sein und völlig mutig sein Herz weit offen zu halten und es immer wieder aufzumachen, falls es vor Schrecken mal zugeschnappt ist.

“What we most love is not what we know, but what knows us and draws us. . . .”
― Ravi Ravindra


Mit Liebe, Fabienne

 

Ist uns alles egal?

Manchmal sind Gefühle so nah, so spürbar und wuchtig, dass wir glauben es kaum auszuhalten. Ich habe gerade eine Nachricht erhalten, die mich über alles gefreut hat. Sie hat mich aus meiner Postneujahrs-Nachdenklichkeit gerissen. Da war so viel Freude. Glück. Und dann? Am nächsten Tag war alles anders. Der Grund der Freude: weg. Einfach so. Eine zutiefst traurige Entwicklung. Von ganz oben, nach ganz unten.

Und das kennen wir alle, oder? Das Leben mit allem, was wir darin erfahren können. Das ewige auf und ab. Und machen wir uns nichts vor. Es ist nicht alles schön. Manchmal treibt mich die Welt in den Wahnsinn. Diese Welt, diese Zeit ist krass. Dieser ewige Wandel. Dinge, die wir nicht verändern können. Dinge, die wir verändern können, aber nicht anpacken. In der großen Welt da draussen und genauso in der im Innern. Und dann? Versuchen wir uns auf gute Gedanken zu bringen. Das Schöne zu sehen. Und irgendwie die Hoffnung und die Freude am Leben wieder rauszuholen.

Aber manchmal ist dieser Schritt einfach zu groß. Wenn wir zutiefst traurig sind, bringt es nichts künstlich Freude zu erzeugen. Für die Yogis ist Freude genauso eine Emotion wie Trauer, Angst, Wut oder Neid. Keinen Deut besser. Warum? Weil sie genau wie all die anderen Gefühle uns dazu verleitet Dinge zu tun, die unserem Wesen nicht entsprechen. Die uns rausschleusen aus unserer Mitte. Wie viele Dummheiten wurden schon im Euphorietaumel begangen? Man denke nur an all die feucht-früöhlichen Nächte…

Daher streben die Yogis Freude gar nicht an. Sie wollen stattdessen Samata (Gleichmut).
Dieser Zustand bleibt. Egal, welche Emotion uns ereilt. Wir werden nicht mehr wie auf einer wilden Achterbahnfahrt in alle Richtungen einfach mitgerissen und auf- und abgeschleudert. Die Fahrt ist wild, ja. Aber Samata ist der Wagen, der die ganze Zeit auf den Schienen bleibt. Er trägt uns. Hier können wir immer sein. Heisst das, das wir Gefühle nicht mehr so doll fühlen? Ja, ein bisschen schon. Sie dringen zumindest nicht bis in unsere Tiefe. Heisst es, das uns alles egal wird? Nein. Es hat nichts damit zu tun sich taub zu machen. Samata ist nichts, was aus Schutz vor dem Schrecken der Welt passiert. Wir sind voll da und sensibel und voller Empathie. Samata ist ein Grundzustand tief in unserem Innern. Dinge geschehen. Immer. Gefühle kommen hoch - das ist das Menschsein. Sie toben an der Oberfläche. Aber Samata ist unser Anker im Innern. Dafür müssen wir immer wieder Kontakt mit unserem Inneren aufnehmen. Durch Dasein.

Wenn die Gefühle ganz doll sind ist es wichtig sich nicht abzulenken, sondern sie ganz zu spüren. Ihnen den Raum und die Zeit zu geben, die sie brauchen. Und dann in den Augenblick einzutauchen. Zu sehen, was ist jetzt gerade da. Die Aufmerksamkeit auf die Umgebung zu lenken. Alle Details wahrzunehmen. Dann in den Körper. Die innere Energie spüren. Das geht ganz einfach, indem wir das Bewusstsein in unterschiedliche Körperteile lenken. Wie fühlen sich die Hände an? Die Füße? Der Kopf? usw.

Das Jetzt führt uns zu Samata.
Aus Samata kann Santosha entstehen, die dauerhafte Zufriedenheit, die uns immer erhalten bleibt egal, was im außen tobt. Und so kann Ruhe sein, wo Sturm ist.

Mit Liebe,

Fabienne

 

Labeling - Marke oder frei sein?

Unser Kopf liebt es: Menschen in eine Schublade zu stecken. Es ist eine Fähigkeit unseres Cittas, unseres meinenden Selbst. Manchmal hilft uns das. Aber in den meisten Fällen bauen wir ein Gefängnis in das wir uns und die anderen hineinstecken.
Du lernst jemanden kennen und schon spekulierst du, wie er wohl ist. Dein Kopf vergleicht ihn mit all den anderen Bekanntschaften, die du in deinem Leben schon gemacht hat und rastert nach Gemeinsamkeiten. Zack - derjenige bekommt sein Label verpasst. Hinein in die Schublade und wehe ihm, er mag da mal herauskommen.

Unser Kopf mag Strukturen. In der Vielzahl der Eindrücke, die auf uns tagtäglich einprasseln, will er effizient möglichst viel in kurzer Zeit wegsortieren. Das ist eine seiner Überlebensstrategien.
Aber unsere Schubladen können leider keinem Menschen gerecht werden. Dafür sind wir zu vielschichtig. Zu viele Facetten. Und man bedenke, den ewigen Wandel dem die Welt und auch wir unterliegen. Nichts bleibt, wie es ist.

Es ärgert uns und fasst macht es uns ein bisschen Angst, wenn jemand sich plötzlich anders verhält, als wir es von ihm erwarten. Haben wir ihn jemals richtig gekannt? Und schon bröckelt unser Vertrauen.
Das Ding ist, so sperren wir Menschen ein. Aber niemand ist dafür gemacht so zu sein, wie er schon immer war. Sachen so anzugehen, wie er es schon immer getan hat.
Mir selbst ging es lange so, wenn ich zu meinen Freundinnen, die mich seit der Grundschule kennen, in die Heimat kam: „Aber Fabi, du bist doch eher so uns so. Du warst doch immer so.“

Und es ist klar, wenn dich Menschen so lange kennen und das Leben dich in einen radikalen Wandel geführt hat, muss man sich manchmal ganz neu begegnen und kennenlernen. Nach all den Jahren. Aufregend, oder?
Zum Glück ist die Verbindung mit meinen Freundinnen so stark, dass wir uns inzwischen jeden Wandel durchgehen lassen. Vielleicht betrachten wir sogar eher mit Staunen, wohin uns das Leben katapultiert hat und wie viel möglich ist. Und es hört niemals auf. Das ist das Wunderbare.
Wir sind niemals fertig. Das Sein auf dieser Erde hat einfach zu viele Pfade, Optionen und Änderungen für uns parat.

Wenn wir uns belabeln, in eine bekannte Form giessen wollen, sperren wir andere und schlimmer noch und selbst ein. Wie oft fragen wir uns: „Kann ich das wirklich machen? Das hab ich doch noch nie gemacht. Kann ich das überhaupt? Passt das zu mir?“ Und mit meiner beruflichen Vergangenheit im Marketing weiss ich, dass ein Styleguide, der genau festlegt, was sein darf und was nicht, für eine Marke wunderbar passt. Aber für uns? Niemals! Zu eng!

Neue Facetten verwundern uns und machen und so manches Mal auch Angst. Und doch merken wir eine treibende Kraft hinter uns. Das was uns immer weiter vorantreibt ist die Neugierde.
Mein ganzes Leben schon bin ich von dieser Suche nach „Mehr“ getrieben. Das heisst nicht, das ich mein Leben öde finde. Ich bin einfach nur neugierig darauf, was noch so geht. Kein Druck anders sein zu wollen, sondern einfach nur die pure Neugier. Und manchmal gibt das Leben uns einen kleinen Schubs. Der richtige Moment im richtigen Augenblick, eine Gelegenheit, eine innere Führung die ganz klare Antworten für uns hat, was zu tun ist.
So ging es mir, als ich kürzlich in mein Spektrum aufgenommen habe, freie, spirituelle Hochzeiten anzubieten. Und Bums - da war spiritualweddings.de. Nächste Woche unterrichte ich auf einem Pressevent zum Thema und Anfang November stelle ich mich ihm Rahmen des Love Circus Bash, einer alles andere als klassischen Hochzeitsmesse, vor.
Hab ich das geplant? Nein. Musste ich mich anstrengen? Nein. Aber beharrlich sein, und mir auf diesem neuen Gebiet vertrauen. Die Disziplin dranzubleiben. Auch im Zweifel.

Manchmal ist die Zeit reif Neues an uns zu entdecken. Uns zu entwickeln, im Sinne von all die Knoten lösen, die uns abhalten. Und das ist Freisein. Dieses Entdecken. Neues an uns, neues an anderen, neues in der Welt. Einfach Offensein. Sich nichts verbieten. Wir sind keine Marken, wir sind Menschen. Kein Label ist groß genug für uns.

XXX Fabienne

Du, nur du

Es ist laut. Es ist wild. Es ist Kampf. Im Kopf.
Meditation, die Momente wo wir versuchen ganz still zu werden, führen uns oft an unsere äussersten Grenzen. Wir wünschen uns Ruhe und in unseren Gedanken geht es richtig ab. Der Geist zum wild tobenden Stier mutiert. Die Spanne der Themen reicht von To Do´s, über Schuld, den Krampf irgendetwas erreichen zu wollen, alte Themen und immer wieder die Zukunft.

Manchmal setzen wir uns zum Meditieren hin und der Friede schien nie weiter weg zu sein als in diesen Augenblicken. Meditation nimmt selten eine lineare Entwicklung sondern ist von Tag zu Tag unterschiedlich.
Und unser Geist ist unfassbar geschickt dabei uns zu verführen. Uns immer wieder abzulenken und unsere Aufmerksamkeit weg von unserer Essenz und hin zu immer neuen Verlockungen zu lenken. Manchmal verwirrt er uns auch so sehr, dass wir glauben etwas Echtes gefunden zu haben. Und einen Moment oder auch ein paar Monate oder Jahre später stellen wir fest, es war alles nur Illusion.

Unser Kopf versucht ständig zu analysieren wo das Glück liegt. In den banalsten Dingen und auch in den ganz großen. Wie oft haben wir uns schon gewünscht wir selbst und unser Leben können irgendwie anders sein? Und wir fangen an Dinge zu begehren. Wollen einen anderen Körper, den hochdotierten Job, den Ruhm von jemand anderes, das fesche Auto und manchmal glauben wir sogar das Glück bei einer Frau oder einem Mann zu finden. All das sind die Irrungen und Wirrungen des Geistes. Er liebt es uns abzulenken und dafür greift er tief in die Trickkiste. Er lässt uns immer wieder glauben, dass wir uns dem schnellen, kurzlebigen Glück widmen sollen, statt uns Santosha (der tiefen, andauernden Zufriedenheit) zuzuwenden.

Und doch, hinter all unseren Begehrlichkeiten stehen tiefe Sehnsüchte, die uns den Weg weisen können. Dazu sollten wir nicht auf der oberflächlichen Ebene des Begehrens bleiben, sondern immer tiefer gehen. Immer weiter dahinter schauen, bis kein Schleier mehr drüber liegt und wir ganz klar sehen. Manchmal ist es nicht der neue Job den wir wollen, sondern unsere ureigene Kreativität will zum Ausdruck gebracht werden. Oder nicht der neue Mann, sondern unsere Leidenschaft, die sich in uns rührt. Unsere Aufgabe ist es, diesen tiefen Sehnsüchten Ausdruck zu verleihen. Sie in unsere Leben einzuweben, so dass es wirklich unserem ureigenen Sein entspricht. Und da wir nicht starr sondern wandelbare Wesen sind, uns immer wieder frisch und neu zu betrachten. Das ist unser Pfad zur Zufriedenheit.

Und wir müssen bedenken: es gibt keinen Ausweg. Es gibt nur dich. Du hast nur dich. Mit allen Marotten, Mustern und Macken. Und noch etwas: du kannst dir nicht entkommen. Das was du mit dir hast, ist immer. Wenn wir uns ablehnen, ob im Innen oder Außen, verursacht das Schmerzen. Meist zeigt es sich durch eine ständig nagende Unzufriedenheit, selbst dann, wenn wir glauben ganz ok zu sein. Es reicht nicht. Wir müssen uns lieben bis zur kleinsten Faser. So wie wir sind. Mit allem. Gütig sein. Über und mit uns lachen können. So das alles leicht wird.

Das funktioniert nicht immer gleich gut. Es gibt Aufs uns Abs. Es ist ein bisschen wie in einer guten Ehe. Man streitet sich, findet was blöd, hat mal einen Fremd-Flirt und dennoch schwebt über all dem tiefe Liebe und Verbundenheit und man stellt die Beziehung nie in Frage.
Hören wir auf damit die Beziehung zu uns selbst in Frage zu stellen. Uns zu wünschen, wir wären irgendwie anders. Heute bist du so. Und fein. Liebe dich!

Das klingt egoistisch? Aber wie willst du friedlich im Außen sein, wenn du in dir drin ablehnend und gemein bist? Wenn du dich richtig toll mit dir gefühlt hast, bist du da jemals auf die Idee gekommen dich zu streiten? Mit uns zu gehen ist der einzige Weg, um auch das Chaos, das wir gerade in der Welt erleben, zu klären. Wenn wir in uns Frieden finden, dann haben wir den Kampf auf dem richtigen Schauplatz geführt - in mitten unseres wollenden und meinenden Selbst. Mach dich und den Frieden mit dir zu deiner absoluten Priorität und deine Wahrnehmung vom Außen wird sich verändern.

Und dazu braucht es keine komplizierten Atemübungen, Asanasequenzen oder Meditationsanleitungen, Ausbildungen und Studien. Was uns mit uns in Verbindung bringt sind die Dinge, die dich wirklich berühren. Dinge, bei denen du ein sehnsuchtsvolles Ziehen in deiner Herzgegend spürst - Musik, Tanzen, Ozeane, Sonnenauf- und Untergänge, der Sternenhimmel, Geschichten.Es geht nicht darum mehr zu machen und mehr zu erreichen, sondern leicht und easy mit ganz wenig dir ganz nahe zu kommen.

Das größte Wunder dieses Lebens ist es, sich selbst zu entdecken. Es ist die magischste Mission auf die wir gehen können. Und die Spannendste! Nichts ist so aufregend wie du. Wie die Bilder, die du in deinem Inneren aufspüren kannst, in den Augenblicken wo du ganz bei dir bist.
Lass dich davon überraschen, wie viel Fantasie und ureigene Sprache in dir liegt. Und dann folge und vertraue deinem ganz individuellen Weg.


Mit Liebe,

Fabienne

 

Was ist, wenn Urlaub ist, und niemand ist da?

Endlich ist er da - der Urlaub, die Ferien, der lang ersehnte Augenblick.
Und dann? Nichts los.

Habt ihr euch mal dabei ertappt, dass ihr an eurem Ferienort angekommen seid und die Entspannung will sich einfach nicht einstellen. Du gehst an den Strand, nimmst nen Drink, schaust dir Sehenswürdigkeiten an, hast endlich Zeit mit deinem Partner oder der besten Freundin…aber irgendwie kommst du nicht an. Irgendwie stellt sich das Urlaubsgefühl nicht ein. Vielleicht hast du sogar das unterschwellige Gefühl etwas zu verpassen. Irgendein Highlight nicht zu sehen.

Während meines 5-wöchigen Trips durch Bali, Australien und Japan habe ich mir die Frage gestellt, was ist eigentlich Urlaub? Was erhoffen wir uns vom Ausbruch aus dem Alltag?

Und die Werbung inszeniert es ganz besonders gut in ihren auf Hochglanz getrimmten Spots mit braungebrannten Menschen. Urlaub ist ein Gefühl. Es ist das Sammeln außergewöhnlicher Augenblicke. Inspiration. Begegnung. Nähe. Freisein.

Egal, ob wir in den Anden wandern oder Party auf Ibiza machen, immer begleitet uns das Gefühl raus aus dem Alltag und näher zu dem zu kommen, was wir wirklich machen wollen. Wer sind wir ohne Zwang? Wenn uns niemand sagt, was wir tun müssen? Wenn Zeit eigentlich keine Rolle spielt? Wenn wir nicht effektiv sein müssen?

Und manchmal können uns diese Fragen überfordern. Manchmal merken wir, dass auch der 8 Daiquiri uns nicht die Entspannung bringt, die wir uns wünschen. Oder das wir einem selbstauferlegtem Zwangsprogramm folgen, um möglichst viel der im Lonely Planet und hippen Blogs aufgeführten Highlights abzuhaken.

Als Yogis kann es uns passieren, dass uns Urlaubmachen besonders schwer fällt. Das es uns eher forttreibt. Das wir in uns eine große Sehnsucht spüren. Manchmal sogar richtigen Schmerz. Sozusagen den Ruf unseren Inneren uns im zuzuwenden. Zu hause haben wir unsere Routine, unser Umfeld, unser Meditationskissen, unseren Yogakurs, unseren Vitamix. Und all das integriert sich prima in den Alltag. Sein Sadhana (spirituelle Praxis) an Ferienorten, kleinsten Hotelzimmern und so viel neuem, was es zu entdecken gibt, beizubehalten, erfordert Disziplin.
Oh je - Disziplin und Urlaub?! „Buh“ mag jetzt ein mancher Denken.
 
Und doch, wonach wir alle suchen ist Nähe. Die Nähe zu uns. Und das Gefühl von Freiheit. Das ist es, was uns wirklich entspannen lässt. Was uns ein Hochgefühl gibt. Was uns Wow-Momente und neue Gedankenansätze gibt. Und das meint nicht 3 Stunden auf der Matte abzuhängen, während der Liebste mit den Hufen scharrt, damit man sich endlich den schiefen Turm von Pisa anschaut. Es meint, bei all dem Trubel drum herum, den Kontakt zu sich selbst immer das Wichtigste sein zu lassen. Für einen Augenblick oder eine Stunde. Die Orte, die man sieht, so auf sich wirken zu lassen, dass sie uns tief im Innern bewegen. Die Kulturen, denen wir begegnen, uns inspirieren zu lassen. Die Unterschiede zu sehen und immer wieder neue Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und dann spüren wir Freiheit, Verbundenheit, Nähe, Glücklichsein.

Wie mein Meister Tsakpo sagt:
„Das Glück kann nur in Einheit entstehen und bestehen. Wenn du einig mit dir selbst bist, ist das Glück gleich da. Bleibst du einig mit dir, blüht das Glück und gedeiht. Das Glück können wir nicht bekommen, wir können es nur in uns finden. Wenn wir es haben, müssen wir es ständig mit uns tragen. So gedeiht das Glück weiter, trägt Blüten und Früchte für dich und für andere.“

Also, egal wohin du gehst - ich wünsche dir, dass du dein Glück mit dir trägst und dich jeder Augenblick näher zu dir bringt - ob in Köln oder Timbuktu.

Happy Urlaub!
P.S. Und wenn du es dir einfach machen magst - Yogaretreats sind eine gigantische Möglichkeit um tief zu entspannen, mit dir in Kontakt zu kommen und wirklich Urlaub zu haben. Und, du kannst gleich buchen. Vom 21.-27. Mai geht es nach Ibiza. Alle Infos & Buchung hier

 

Dazwischen

Jetzt bin ich da, wo ich eigentlich nie sein wollte. Ich hab es immer versucht zu vermeiden. Den Dazwischen-Zustand. Das Dazwischen ist der Moment, wo du dich aus einer Sache gelöst hast, aber die Neue noch nicht da ist. Du weißt also nicht richtig wie es weiter geht. Die meisten erleben das in den Situationen, wenn man z.B. einen Job gekündigt hat, ohne einen neuen zu haben. Wenn man einen Partner verlassen hat und das Gefühl des Alleinseins nicht ertragen kann. Aber es ist niemand da. Vielleicht ist es auch ganz anders gekommen, als du es dir gedacht hast. Vielleicht hat sich dein Punkt B einfach in Luft aufgelöst, nachdem du Punkt A hinter dir gelassen hast.
Als Mensch, der es liebt alles zu planen, geht sie hier los, die Herausforderung. Ja, ich weiß: „Willst du Gott zum Lachen bringen, mache Pläne.“. Das klingt in der Theorie fein. Und doch - einfach ist es nicht.

Mein Punkt A war ein gemütliches Nest. Viele volle Klassen, tolle Studios, Lehrer, die mich seit Anbeginn meines Yogalehrerdaseins begleitet haben, wunderbare Kollegen. Es war so sicher, wie es im Job des Yogalehrers sein kann. Hamburg war mein Hafen. Und dann kam das große B. Die Option auf Berlin. Passenderweise mein Punkt B. Tolle Wohnung dort, mein Mann Jobs in Aussicht und alte Freunde aus der Zeit, als ich vor 12 Jahren schon mal dort lebte. Da war der Ruf nach etwas Neuem. Und ich wusste - das will ich. Also, habe ich dem sicheren Hafen gesagt, dass ich ihn verlassen werde. Alle Klassen abgegeben. Und dann kam alles anders als gedacht. Die Wohnung ja, aber der Mann hat plötzlich mehr Buchungen in Hamburg. Eine Hochzeit in Australien einer meiner besten Freundinnen. Das heißt unverhofft noch mal reisen.
Da fing es an mit dem Dazwischen. Kein Punkt an dem man ankommen kann. Sondern erst mal in der Schwebe. Keine festen Klassen. Nichts was man planen kann, denn man ist erst mal weder richtig in dem einem Ort noch in dem anderen.

Und dann stehen ganz schnell zwei Muster auf der Matte: Das große Panik P-Angst Gemisch und die Lethargie-Sinnlosigkeit. An diesem Punkt war ich schon mal, als ich damals vor 12 Jahren von Berlin nach Hamburg zog. Und beide Muster hatten mich fest gepackt. Mich fast zerquetscht. Tage an denen ich nicht aus dem Bett kam. Wofür auch? Ich hatte ja nichts zu tun.

Aber seit dieser Zeit ist eine ganze Menge passiert. Ich bin nicht mehr die von damals. Nicht nur, dass ich mich beruflich komplett verändert habe, sondern in mir, in meiner Einstellung zum Leben hat sich so viel getan. Das was ich gelernt habe ist Vertrauen. „Et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange“ (Es kommt wie es kommt und es ist bisher noch immer gut gegangen), wie der Kölsche sagt.

Und deshalb ist dieser Text ein Plädoyer für das Dazwischen und ja, sogar für den Mut aktiv in das Dazwischen zu springen. Das sind wunderbare Zeiten. Wir sind mit uns. Wir lauschen. Wir lernen uns kennen. Vielleicht das erste Mal richtig. Abseits von einer Rolle, die wir eingenommen haben. Wer bist du ohne deinen Job, ohne deine Beziehung, ohne deine Heimat?
Denn nichts was wir sind, sind wir für immer. Nichts im Leben bleibt wie immer. Und ist nicht genau das unsere Freiheit?

Wir lassen uns unsere Ziele nicht länger vom Außen diktieren, sondern finden unsere eigene Richtung. Unser Wert liegt jenseits von Erfolg oder Misserfolg. Einfach nur sein. Das pure Sein in diesem Augenblick. Und es aushalten, es spüren. Wir lernen uns auf uns zu verlassen und den Wandel anzunehmen. Im Yoga ist das die Qualität von isvarapranidhanadva (Patanjalis Yogasutra 1.23). Es meint Vertrauen durch Hingabe. Wenn wir voller Hingabe jeden Tag unser Leben leben mit allem was an einem Tag eben da ist, bringt uns das ins Vertrauen. Und das ist das Rezept insbesondere für die Dazwischen-Phasen im Leben. Tu alles was du kannst und dann lasse los. Vertraue darauf, dass alles zu deinem Besten geschieht. Das alles was passiert deinem Lernen und Wachsen dient. Es geht weiter. Immer. In diesem Sutra (Leitfaden des Yoga) geht es um Bhakti Yoga - dem Yoga der Hingabe. Das heißt darauf zu vertrauen, dass es etwas Größeres als uns selbst gibt. Und das es dieses Ding gut mit uns meint. Dafür brauchen wir keinen Namen. Der bloße Glaube daran genügt.

Und dein Bhakti kann in vielem zum Ausdruck kommen. Der eine chantet Mantren, der andere tanzt. Ob zu hause oder im Club ist egal. Und wieder ein anderer hilft jemandem. Oder backt oder kocht oder schraubt neue Tracks. Es ist bums ob du Yogi oder Mechantroniker bist. Es ist egal, was wir tun. Wenn wir es mit voller Hingabe tun, bringt es uns ins Vertrauen. Das ist nichts, was wir neu lernen müssen. Das ist schon da. In uns drin.

Das Dazwischen ist die Chance uns neu zu entdecken. Und unser Vertrauen, diese gigantische Kraft, zu stärken.

Und jetzt - tu was du liebst und alles wird sich fügen. Versprochen!


Deine Fabienne

FAB - für ein FABelhaft FABulöses Leben.

P.S. Dir fällt es schwer Vertrauen im Dazwischen zu finden und die Motivation zu finden? Oder du bist kurz vorm Sprung von Punkt A zu B? Meine Coachings helfen dir aus diesen Phasen gestärkt und mit klarer neuer Richtung hervorzugehen. Du lernst die Instrumente, die du jeden Tag anwenden kannst, um mutig und mit Leichtigkeit deiner Richtung zu folgen. Buchung hier: http://www.fabiennebogdahn.com/lifecoaching/

Ich mach nicht mehr mit

Achtung! Jetzt wird es unbequem ehrlich. Heute lasse ich euch an etwas teilhaben, über das ich nur sehr ungern spreche. Ich erkenne ein Muster an mir. Viele natürlich, aber eines, das mich gefühlt schon mein ganzes Leben beeinflusst. Ich schaue zu viel, was andere machen. Ich beobachte den einen Lehrer, analysiere den Erfolg des anderen. So weit nicht dramatisch. Nur, es gibt die Typen, die dieses Erfolgs- und Konkurrenzdenken beflügelt und es gibt die, die eingeschüchtert sind und sich verkriechen. Ich gehöre zu Kategorie 2. Und das ist keine Eigenschaft, die ich an mir schätze. Nee, ich verstecke sie lieber vor allen. Denn ich wollte doch immer perfekt sein! Und kann man nicht doch von jedem gemocht werden?!
Aber: ich mach da jetzt nicht mehr mit. Und brauche euch als Zeugen. Nicht nur für mein persönliches Glück, sondern vor allem, weil ich in solchen Ego-Momenten das Ziel grob verfehle. Ich bin nicht mehr im Modus des Dienens, was ich als die Aufgabe eines Yogalehrers und Lifecoaches sehe, sondern verliere mich im Hanky Panky meines Egos: „Du kannst das nicht, die geben ja auch viel Geld für ihre tollen Fotos aus, die mögen dich nicht, dieser Handstand-Wahn nervt…“.
Und wenn ich mich umschaue sehe ich, dass es nicht nur mir so geht. Dieses ewige Vergleichen macht uns alle fertig. Daher kommt unser Höher-Schneller-Weiter-Denken. Fein, wenn wir es für unsere persönliche Entfaltung tun. Kräftezehrend, wenn wir nur besser sein wollen als die anderen.

Das Letzte was unsere Welt braucht ist eine weitere Branche, die Heilung und Zuflucht verspricht, in der aber manchmal hinter den Kulissen, manchmal auch sehr öffentlich mit Ellbogen gerammt wird. In der wir beurteilen und verurteilen, wie der andere etwas macht oder welchen Stil er unterrichtet - und erst diese Musik! Aber vorne herum spielen wir Love & Light. Und vergessen dabei manchmal, dass Love & Light ein innerer Prozess ist. Der oft nicht leicht ist und auch immer mal wieder bedeutet durch Scheisse & Dunkelheit zu gehen. Und das ist gut so. Denn es ist zutiefst menschlich. Wir brauchen das Drama um unser Karma aufzulösen, um alte Muster abzulegen.

Das heisst nicht, das wir alle super finden, aber, dass wir jeden so sein lassen, wie er ist, ohne ihn gemütlich in brauchbar oder nicht brauchbar abzuheften. Wir als Yogis haben uns in dem Augenblick, als wir das erste Mal einen frisch lackierten Nagel auf die Matte gesetzt haben, etwas Größerem verschrieben. Vielleicht wie eine Ehe - in guten wie in schlechten Zeiten. Unser Ziel bleibt: Einheit. Und dazu gehört es auch alle Alarmglocken schrillen zu hören, wenn wir uns von dieser Einheit entfernen. Dieses Dorthingehen, wo es weh tut, sich todesmutig durch den Spiegel in die Augen zu blicken, sich richtig top zu finden, aber dennoch immer weiter gehen auf dem Weg. In dem Wissen, da ist noch mehr. Mein Herz hat noch mehr Potential. Mehr Mitgefühl, mehr Dankbarkeit, mehr Verbundenheit. Und das ist es auch, was andere bei uns suchen. Nicht eine glatte Perfektheit, sondern jemand, der sich mutig seinen Kämpfen gestellt hat, stärker daraus hervorgegangen ist und ein paar Weglampen aufgestellt hat, so dass ein bisschen Erleuchtung für jeden sichtbar wird. Mehr Licht für alle!

Dieser Weg ist nie zu Ende. Wir können immer weiter lernen. Tagtäglich bieten sich etliche Optionen dafür. Und wenn wir aufmerksam sind, kommen wir den Marotten unseres Egos auf die Schliche. Dieser Prozess ist das Menschsein. Nicht aufhören, wo es dunkel ist, sondern schonungslos dadurch zu gehen. Nicht zu sagen, es ist immer einfach. Nicht so zu tun als hätte man nicht die ein oder andere Wunde davon getragen. Aber weiter zu gehen. Sich immer wieder auf sein Inneres einlassen. Es suchen, es zu unserer absoluten Priorität machen und ihm zu folgen. In hellen und in dunklen Zeiten. Und so diese Yogawelt wirklich zu etwas machen, was ihrem Namen gerecht wird. Heilung, Schutz, Authentizität, Offenheit, Miteinander. Keine Schubladen, sondern ehrliches Anschauen. In dem jede Individualität gelebt werden darf.

Also, das ist mein öffentlich erklärtes Ding für 2016. Ich mach da nicht mehr mit. Kein Vergleichen, kein Kleinmachen, kein Verkriechen. Wenn ihr mich trefft und ich mich z.B. beschwere, dass mich jemand nicht auf seine Veranstaltung einlädt und mich in meine Kleinheit verkriechen will, dann kneift mich. Darf ruhig ein bisschen weh tun.

Und du? Was ist dein dickes, tief begrabenes Thema? Komm ihm auf die Schliche, schau, was es mit dir macht und dann suche dir ein paar gute Freunde als Zeugen, die dich liebevoll schonungslos darauf hinweisen, wenn der sarkastische Onkel im Innern dir vorgaukelt, du seist der/die Größte aber sich in Wahrheit nur voller Angst verstecken mag.
Lade dich auf mit dem Gefühl, wie es ist, wenn du dieses Thema losgelassen hast. Was ist dann für dich möglich? Und dann lasse dich von diesem Gefühl tragen und leiten. Schritt für Schritt auf deinem Weg. Lass es leicht und schön sein. Mach jeden Tag eine Sache ganz bewusst, die du diesem Loslassen vom alten Kleinmachmuster widmest. Vielleicht ist es nur ein bewusster Atemzug am Tag. Und jeden Tag, an dem du mehr machen kannst - umso besser.

Und los! Deine Fabienne

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FAB -  für ein fabelhaft fabulöses Leben!