Dazwischen

Jetzt bin ich da, wo ich eigentlich nie sein wollte. Ich hab es immer versucht zu vermeiden. Den Dazwischen-Zustand. Das Dazwischen ist der Moment, wo du dich aus einer Sache gelöst hast, aber die Neue noch nicht da ist. Du weißt also nicht richtig wie es weiter geht. Die meisten erleben das in den Situationen, wenn man z.B. einen Job gekündigt hat, ohne einen neuen zu haben. Wenn man einen Partner verlassen hat und das Gefühl des Alleinseins nicht ertragen kann. Aber es ist niemand da. Vielleicht ist es auch ganz anders gekommen, als du es dir gedacht hast. Vielleicht hat sich dein Punkt B einfach in Luft aufgelöst, nachdem du Punkt A hinter dir gelassen hast.
Als Mensch, der es liebt alles zu planen, geht sie hier los, die Herausforderung. Ja, ich weiß: „Willst du Gott zum Lachen bringen, mache Pläne.“. Das klingt in der Theorie fein. Und doch - einfach ist es nicht.

Mein Punkt A war ein gemütliches Nest. Viele volle Klassen, tolle Studios, Lehrer, die mich seit Anbeginn meines Yogalehrerdaseins begleitet haben, wunderbare Kollegen. Es war so sicher, wie es im Job des Yogalehrers sein kann. Hamburg war mein Hafen. Und dann kam das große B. Die Option auf Berlin. Passenderweise mein Punkt B. Tolle Wohnung dort, mein Mann Jobs in Aussicht und alte Freunde aus der Zeit, als ich vor 12 Jahren schon mal dort lebte. Da war der Ruf nach etwas Neuem. Und ich wusste - das will ich. Also, habe ich dem sicheren Hafen gesagt, dass ich ihn verlassen werde. Alle Klassen abgegeben. Und dann kam alles anders als gedacht. Die Wohnung ja, aber der Mann hat plötzlich mehr Buchungen in Hamburg. Eine Hochzeit in Australien einer meiner besten Freundinnen. Das heißt unverhofft noch mal reisen.
Da fing es an mit dem Dazwischen. Kein Punkt an dem man ankommen kann. Sondern erst mal in der Schwebe. Keine festen Klassen. Nichts was man planen kann, denn man ist erst mal weder richtig in dem einem Ort noch in dem anderen.

Und dann stehen ganz schnell zwei Muster auf der Matte: Das große Panik P-Angst Gemisch und die Lethargie-Sinnlosigkeit. An diesem Punkt war ich schon mal, als ich damals vor 12 Jahren von Berlin nach Hamburg zog. Und beide Muster hatten mich fest gepackt. Mich fast zerquetscht. Tage an denen ich nicht aus dem Bett kam. Wofür auch? Ich hatte ja nichts zu tun.

Aber seit dieser Zeit ist eine ganze Menge passiert. Ich bin nicht mehr die von damals. Nicht nur, dass ich mich beruflich komplett verändert habe, sondern in mir, in meiner Einstellung zum Leben hat sich so viel getan. Das was ich gelernt habe ist Vertrauen. „Et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer joot jejange“ (Es kommt wie es kommt und es ist bisher noch immer gut gegangen), wie der Kölsche sagt.

Und deshalb ist dieser Text ein Plädoyer für das Dazwischen und ja, sogar für den Mut aktiv in das Dazwischen zu springen. Das sind wunderbare Zeiten. Wir sind mit uns. Wir lauschen. Wir lernen uns kennen. Vielleicht das erste Mal richtig. Abseits von einer Rolle, die wir eingenommen haben. Wer bist du ohne deinen Job, ohne deine Beziehung, ohne deine Heimat?
Denn nichts was wir sind, sind wir für immer. Nichts im Leben bleibt wie immer. Und ist nicht genau das unsere Freiheit?

Wir lassen uns unsere Ziele nicht länger vom Außen diktieren, sondern finden unsere eigene Richtung. Unser Wert liegt jenseits von Erfolg oder Misserfolg. Einfach nur sein. Das pure Sein in diesem Augenblick. Und es aushalten, es spüren. Wir lernen uns auf uns zu verlassen und den Wandel anzunehmen. Im Yoga ist das die Qualität von isvarapranidhanadva (Patanjalis Yogasutra 1.23). Es meint Vertrauen durch Hingabe. Wenn wir voller Hingabe jeden Tag unser Leben leben mit allem was an einem Tag eben da ist, bringt uns das ins Vertrauen. Und das ist das Rezept insbesondere für die Dazwischen-Phasen im Leben. Tu alles was du kannst und dann lasse los. Vertraue darauf, dass alles zu deinem Besten geschieht. Das alles was passiert deinem Lernen und Wachsen dient. Es geht weiter. Immer. In diesem Sutra (Leitfaden des Yoga) geht es um Bhakti Yoga - dem Yoga der Hingabe. Das heißt darauf zu vertrauen, dass es etwas Größeres als uns selbst gibt. Und das es dieses Ding gut mit uns meint. Dafür brauchen wir keinen Namen. Der bloße Glaube daran genügt.

Und dein Bhakti kann in vielem zum Ausdruck kommen. Der eine chantet Mantren, der andere tanzt. Ob zu hause oder im Club ist egal. Und wieder ein anderer hilft jemandem. Oder backt oder kocht oder schraubt neue Tracks. Es ist bums ob du Yogi oder Mechantroniker bist. Es ist egal, was wir tun. Wenn wir es mit voller Hingabe tun, bringt es uns ins Vertrauen. Das ist nichts, was wir neu lernen müssen. Das ist schon da. In uns drin.

Das Dazwischen ist die Chance uns neu zu entdecken. Und unser Vertrauen, diese gigantische Kraft, zu stärken.

Und jetzt - tu was du liebst und alles wird sich fügen. Versprochen!


Deine Fabienne

FAB - für ein FABelhaft FABulöses Leben.

P.S. Dir fällt es schwer Vertrauen im Dazwischen zu finden und die Motivation zu finden? Oder du bist kurz vorm Sprung von Punkt A zu B? Meine Coachings helfen dir aus diesen Phasen gestärkt und mit klarer neuer Richtung hervorzugehen. Du lernst die Instrumente, die du jeden Tag anwenden kannst, um mutig und mit Leichtigkeit deiner Richtung zu folgen. Buchung hier: http://www.fabiennebogdahn.com/lifecoaching/