Was ist, wenn Urlaub ist, und niemand ist da?

Endlich ist er da - der Urlaub, die Ferien, der lang ersehnte Augenblick.
Und dann? Nichts los.

Habt ihr euch mal dabei ertappt, dass ihr an eurem Ferienort angekommen seid und die Entspannung will sich einfach nicht einstellen. Du gehst an den Strand, nimmst nen Drink, schaust dir Sehenswürdigkeiten an, hast endlich Zeit mit deinem Partner oder der besten Freundin…aber irgendwie kommst du nicht an. Irgendwie stellt sich das Urlaubsgefühl nicht ein. Vielleicht hast du sogar das unterschwellige Gefühl etwas zu verpassen. Irgendein Highlight nicht zu sehen.

Während meines 5-wöchigen Trips durch Bali, Australien und Japan habe ich mir die Frage gestellt, was ist eigentlich Urlaub? Was erhoffen wir uns vom Ausbruch aus dem Alltag?

Und die Werbung inszeniert es ganz besonders gut in ihren auf Hochglanz getrimmten Spots mit braungebrannten Menschen. Urlaub ist ein Gefühl. Es ist das Sammeln außergewöhnlicher Augenblicke. Inspiration. Begegnung. Nähe. Freisein.

Egal, ob wir in den Anden wandern oder Party auf Ibiza machen, immer begleitet uns das Gefühl raus aus dem Alltag und näher zu dem zu kommen, was wir wirklich machen wollen. Wer sind wir ohne Zwang? Wenn uns niemand sagt, was wir tun müssen? Wenn Zeit eigentlich keine Rolle spielt? Wenn wir nicht effektiv sein müssen?

Und manchmal können uns diese Fragen überfordern. Manchmal merken wir, dass auch der 8 Daiquiri uns nicht die Entspannung bringt, die wir uns wünschen. Oder das wir einem selbstauferlegtem Zwangsprogramm folgen, um möglichst viel der im Lonely Planet und hippen Blogs aufgeführten Highlights abzuhaken.

Als Yogis kann es uns passieren, dass uns Urlaubmachen besonders schwer fällt. Das es uns eher forttreibt. Das wir in uns eine große Sehnsucht spüren. Manchmal sogar richtigen Schmerz. Sozusagen den Ruf unseren Inneren uns im zuzuwenden. Zu hause haben wir unsere Routine, unser Umfeld, unser Meditationskissen, unseren Yogakurs, unseren Vitamix. Und all das integriert sich prima in den Alltag. Sein Sadhana (spirituelle Praxis) an Ferienorten, kleinsten Hotelzimmern und so viel neuem, was es zu entdecken gibt, beizubehalten, erfordert Disziplin.
Oh je - Disziplin und Urlaub?! „Buh“ mag jetzt ein mancher Denken.
 
Und doch, wonach wir alle suchen ist Nähe. Die Nähe zu uns. Und das Gefühl von Freiheit. Das ist es, was uns wirklich entspannen lässt. Was uns ein Hochgefühl gibt. Was uns Wow-Momente und neue Gedankenansätze gibt. Und das meint nicht 3 Stunden auf der Matte abzuhängen, während der Liebste mit den Hufen scharrt, damit man sich endlich den schiefen Turm von Pisa anschaut. Es meint, bei all dem Trubel drum herum, den Kontakt zu sich selbst immer das Wichtigste sein zu lassen. Für einen Augenblick oder eine Stunde. Die Orte, die man sieht, so auf sich wirken zu lassen, dass sie uns tief im Innern bewegen. Die Kulturen, denen wir begegnen, uns inspirieren zu lassen. Die Unterschiede zu sehen und immer wieder neue Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und dann spüren wir Freiheit, Verbundenheit, Nähe, Glücklichsein.

Wie mein Meister Tsakpo sagt:
„Das Glück kann nur in Einheit entstehen und bestehen. Wenn du einig mit dir selbst bist, ist das Glück gleich da. Bleibst du einig mit dir, blüht das Glück und gedeiht. Das Glück können wir nicht bekommen, wir können es nur in uns finden. Wenn wir es haben, müssen wir es ständig mit uns tragen. So gedeiht das Glück weiter, trägt Blüten und Früchte für dich und für andere.“

Also, egal wohin du gehst - ich wünsche dir, dass du dein Glück mit dir trägst und dich jeder Augenblick näher zu dir bringt - ob in Köln oder Timbuktu.

Happy Urlaub!
P.S. Und wenn du es dir einfach machen magst - Yogaretreats sind eine gigantische Möglichkeit um tief zu entspannen, mit dir in Kontakt zu kommen und wirklich Urlaub zu haben. Und, du kannst gleich buchen. Vom 21.-27. Mai geht es nach Ibiza. Alle Infos & Buchung hier